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Die Employer Value Proposition: Kernstück des Employer Branding

June 1, 2025
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Tania Schober

Die EVP bündelt, was ein Unternehmen als Arbeitgeber auszeichnet. Warum drei belegbare Merkmale mehr wirken als zehn austauschbare und woran Versprechen scheitern.

In Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels auf dem Arbeitsmarkt ist eine positive Arbeitgebermarke entscheidend, um Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu binden. Die Employer Value Proposition spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Employer Value Proposition (EVP), zu Deutsch Arbeitgeberversprechen oder Arbeitgeberpositionierung, vereint die wichtigsten Merkmale, die eine Organisation als Arbeitgeber auszeichnen und sie von Wettbewerbern unterscheiden. Mit ihr zeigt ein Unternehmen, was es als Arbeitgeber ausmacht und was es potenziellen Mitarbeitenden bietet. Die EVP ist das Versprechen an den Arbeitsmarkt. Sie hängt eng mit der im Unternehmen gelebten Kultur zusammen.

Warum eine EVP wichtig ist

Arbeitgeber sind schon lange nicht mehr in der Situation, aus einer Vielzahl an Bewerbenden die Crème de la Crème herauszupicken. Der Fachkräftemangel und der demografische Wandel haben das Verhältnis auf dem Arbeitsmarkt umgekehrt. Kandidatinnen und Kandidaten kennen ihren Wert und suchen sich gezielt das Unternehmen aus, mit dessen Tätigkeitsbereich, Unternehmenskultur und Benefits sie sich am besten identifizieren können.

Organisationen müssen deshalb aktiv an ihrer Arbeitgebermarke arbeiten und sie nach aussen kommunizieren, um im Wettbewerb zu bestehen und qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Die EVP ist die Grundlage dieser Arbeit.

Viel hilft nicht immer viel

Bei der EVP geht es nicht darum, möglichst viele Argumente für das Unternehmen zu sammeln. Ziel ist es, aussagekräftige und einzigartige Merkmale zu definieren, die die Organisation von Wettbewerbern abheben. Also lieber drei richtig gute Merkmale als zehn austauschbare. Wie Sie dabei vorgehen, zeigen wir in fünf Schritten zur EVP.

Diese Aspekte können in die EVP einfliessen:

  • Unternehmenskultur: Werte, soziales Engagement, Führungsstil, Mitbestimmung
  • Finanzen: überdurchschnittliches Gehalt, Zusatzleistungen, Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Karrierechancen: Weiterbildungen, Aufstiegschancen, Führungsverantwortung
  • Sicherheit des Arbeitsplatzes: unbefristete Arbeitsverträge, langjähriges Bestehen des Unternehmens
  • Arbeitsumgebung: Laptops, Arbeitshandy, Stehschreibtische, Rückzugsmöglichkeiten im Büro
  • Gesundheit: Sportangebote, Stress-Management, Getränke und Obst
  • Balance zwischen Arbeit und Freizeit: Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit, Teilzeit

Authentisch und glaubwürdig

Vor allem sollte die EVP den tatsächlichen Bedingungen entsprechen. Wird beim Arbeitgeberversprechen geflunkert, fliegt das schnell auf, denn es steht täglich innerhalb des Unternehmens auf dem Prüfstand. Unzufriedene Angestellte kommunizieren ihren Frust in sozialen Medien oder auf Jobplattformen. Das wirkt sich negativ auf die Arbeitgebermarke aus.

Erarbeiten Sie deshalb eine EVP, die hält, was sie verspricht. Das verleiht dem Unternehmen Glaubwürdigkeit und lässt zufriedene Mitarbeitende zurück, weil ihre Erwartungen nicht nur geschürt, sondern auch erfüllt werden. Sie bleiben länger in der Organisation und werden bestenfalls zu Fürsprechern nach aussen.

Auf klischeehafte oder schwammige Formulierungen wie «angenehmes Teamklima» oder «angemessene Vergütung» sollten Sie verzichten. Solche Phrasen haben Kandidatinnen und Kandidaten schon unzählige Male gelesen. Überlegen Sie stattdessen, warum das Klima im Team wirklich gut ist. Gibt es regelmässig einen Kochabend, der das Kollegium näher zusammenbringt? Oder hat das Team einen besonders schrägen Humor, der es verbindet?

Mehr als leere Phrasen

Das Versprechen an den Arbeitsmarkt ist ein Kernstück der Arbeitgebermarke. Die Employer Value Proposition sollte daher gut durchdacht und im Alltag belegbar sein. Denn es braucht mehr als ein paar leere Phrasen, um Bewerberinnen und Bewerber vom eigenen Unternehmen zu überzeugen.