
Ein Arbeitgeberversprechen entsteht nicht im Alleingang. Wie Sie in fünf Schritten von der Ist-Analyse bis zur Kommunikation zu einer tragfähigen EVP kommen.
Die Employer Value Proposition (EVP) ist das Kernstück des Employer Branding. Sie ist das Versprechen an den Arbeitsmarkt und kommuniziert die wichtigsten Eigenschaften eines Arbeitgebers.
Doch wie definiert man sie? Am besten nicht allein. Das Arbeitgeberversprechen, wie die EVP auch genannt wird, repräsentiert das gesamte Unternehmen nach aussen und innen. Mitarbeitende und Führungskräfte aller Unternehmensbereiche sollten deshalb in den Prozess einbezogen werden.
Bevor die EVP definiert wird, sollte der aktuelle Stand analysiert werden. Dabei helfen folgende Fragen:
Bereits hier geben die eigenen Mitarbeitenden wertvolle Impulse. Sie wissen am besten, warum sie sich für die Organisation entschieden haben und bleiben. Wer am Prozess mitwirkt, steht auch hinter dem Ergebnis und erfährt, dass die eigenen Ideen und Meinungen geschätzt werden.
Auch Zukunftspläne sollten in die EVP einfliessen. Für die Soll-Analyse können diese Fragen beantwortet werden:
Der nächste Schritt befasst sich mit der Zielgruppe. Jeder noch so gute Inhalt versandet, wenn er für die gewünschte Zielgruppe belanglos ist. So hat beispielsweise jede Generation eigene Vorlieben.
Auch hier lohnt sich der Blick ins eigene Unternehmen, denn die vorhandenen Mitarbeitenden bilden die Zielgruppe ab. Feedback von Bewerbenden und Candidate Personas helfen zusätzlich, die Zielgruppe zu verstehen. Es geht vor allem um Fragen wie:
Nun kommt der schwierige Teil: Alle gesammelten Informationen müssen gefiltert und aufs Wesentliche reduziert werden. Dabei sollten Organisationen nicht nur die Merkmale sammeln, die sie auszeichnen. Es gilt, die Aspekte zu finden, die sie von anderen Unternehmen unterscheiden und für die Zielgruppe attraktiv machen.
Ein Claim ist eng mit der Arbeitgebermarke verknüpft. Mit ihm wird die EVP an die Zielgruppe kommuniziert. Er hebt das Unternehmen von anderen Organisationen ab und schafft Wiedererkennungswert. Der Claim sollte kurz und prägnant sein und eine positive Assoziation hervorrufen. Für bestimmte Positionen oder Unternehmensbereiche lassen sich zusätzlich Sub-Claims formulieren, die besser zur jeweiligen Zielgruppe passen.
Zu guter Letzt wird die EVP über verschiedene Kanäle kommuniziert. Auf der Unternehmenswebsite, in Social Media und auf Jobplattformen wie LinkedIn und Xing lohnt es sich, die EVP ausführlich zu beschreiben. Überall dort, wo wenig Text Platz hat, kann dafür der Claim stehen, beispielsweise auf dem Merchandise des Unternehmens.
Die EVP sollte nicht nur nach aussen kommuniziert werden. Es ist wichtig, das Arbeitgeberversprechen innerhalb des Unternehmens zu leben. Regelmässiges Feedback der Mitarbeitenden hilft, das Versprechen dauerhaft einzuhalten.
Je individueller und authentischer die Employer Value Proposition formuliert ist, desto glaubwürdiger wird sie. Wichtig ist, Aspekte herauszuarbeiten, die für Bewerbende und Interessierte attraktiv sind und das Unternehmen deutlich von anderen abheben.